Das Thüringer Bauunternehmen Krieger + Schramm hat klar definierte Ziele, die ihm dabei helfen entgegen der aktuellen Marktsituation sich erfolgreich zu behaupten. Bei allen Maßnahmen sind immer die Menschen, sei es Kunde oder Mitarbeiter, stets im Mittelpunkt.
Carinna Quast
Krise ist sicher das gegenwärtige Schlagwort in der Wirtschaft. „Wir haben schon zwölf Jahre Krise hinter uns und sind dabei kräftig gewachsen“, lächelt Matthias Krieger. Er ist Chef des Bauunternehmens Krieger + Schramm. Anfang der 1990er Jahre gegründet, konnte das Unternehmen nur kurz vom Bauboom profitieren. Trotzdem ist das Unternehmen im Laufe der Jahre gewachsen und Erfolge für sich verbuchen. Ein Beispiel dafür ist sicherlich der 2. Platz beim Dekra-Award 2009. Für Matthias Krieger ist dies kein Grund sich auszuruhen. Positiv nach vorne ausgerichtet geht es weiter. Von Krisenstimmung ist in seine Unternehmen keine Rede.
Für die nächsten Jahre hat sich Dipl. Ing. Krieger stattdessen so einiges vorgenommen. „Wir wollen alle sieben Jahre unseren Umsatz verdoppeln“ sagt der Unternehmer selbstsicher, aber nicht überheblich. Gleichzeitig relativiert er dies noch. „Das sind 10,41 Prozent jährlicher Umsatzzuwachs.“ Dafür müsse aber auch einiges getan werden.
Matthias Krieger tut auch einiges dafür. Als Schüler in der ehemaligen DDR war er im Hochleistungssport mit Handball, Leichtathletik und Eisschnelllauf aktiv. Der Traum vom Olympiasieg ist aus gesundheitlichen Gründen geplatzt. Aber vom Erreichen seiner beruflichen Ziele hält ihn kaum etwas ab.
Bereits früh hat Krieger damit begonnen, sein Unternehmen anders als andere aufzubauen. „Auf deutschen Baustellen ist es sehr chaotisch“, weiß er. Dem wirkt man in seinem Unternehmen durch ein ausgefeiltes Qualitätsmanagement entgegen. Matthias Krieger hat aber auch gelernt, dass Prozesse alleine nicht reichen. „Das größte Potenzial sind die Menschen“, betont er immer wieder. Damit meint Krieger Kunden und Mitarbeiter.
Ständig mit den Besten messen
Ideen und Vergleiche holt sich Matthias Krieger dabei vor allem aus anderen Branchen. Benchmark wird konsequent zur Unternehmensentwicklung genutzt. Dazu gehört vor allem die Teilnahme an Wettbewerben. Dreimal in Folge war das Unternehmen bei Topjob in seiner Kategorie erfolgreich. Beim Wettbewerb um Deutschlands Kundenchampions erreichte man als bestes Bauunternehmen den 14. Gesamtplatz.
„Da ist noch viel Potenzial nach oben“, sagt Matthias Krieger, der nicht vor hat sich auf diese Lorbeeren auszuruhen. Aus diesem Grund besuchte er ein Managementseminar für den Mittelstand, von dem er sich weitere Impulse erhoffte. „Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich so nicht weiter komme“, erinnert er sich zurück. Dabei meint Krieger nicht die wirtschaftliche Situation, sondern vielmehr die oft schwierige und langwierige Umsetzung von Maßnahmen. Der letzte große Schritt über die Ziellinie, das was man braucht um letztlich am Markt ein qualitatives Alleinstellungsmerkmal zu haben.
Da geht noch was
Mit einer hohen Erwartungshaltung ist Krieger zum Seminar gefahren. Mit 60 Maßnahmen, die er umsetzen wollte, kam er zurück. Unterstützt wurde Krieger bei der Umsetzung seiner Maßnahmen von den zahlreichen Checklisten und Handlungsanweisungen im UnternehmerEnergie-Lehrwerk. Man könne sehr gut damit arbeiten und seine eigenen Ideen einfliesen lassen. Sein Ziel war es, die 60 Maßnahmen bis zu Ende 2008 umzusetzen.
Dies gelang ihm auch, aber auch nur, weil alle im Unternehmen hart gearbeitet haben. „Ich habe meine Mitarbeiter sicherlich nervös gemacht. Sie kennen mich aber schon lange und haben mitgezogen“, fasst er diese Situation zusammen. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass eigentlich drei bis fünf Jahre bei einem normalen Betrieb für die Umsetzung nötig sind.